Landnutzungsszenarien für die Randow-Niederung 2040

Aus der Beschreibung Szenario 1 "Leistung gegen Leistung"

Öffentliches Geld für öffentliche Güter:

Landnutzung im Jahr 2040: Schilf, Holz und Weiden

Die Randow-Niederung hat sich zu einer abwechslungsreichen Landschaft mit weiten Schilfflächen, einigen Erlenkulturen und Kurzumtriebsplantagen mit wechselnden Baumarten, in Streifen oder kleineren Flächen am Rande der Niederung entwickelt. Auf trockeneren Standorten weiden Mutterkuhherden mit 'Uckermärkern', in feuchteren Bereichen werden auch Wasserbüffel gehalten.
Randow und Welse als naturnahe Fließgewässer bilden einen attraktiven Erholungsraum, an dem sich Baumbestände und Schilfflächen (übrigens ein hervorragendes Gebiet zur Vogelbeobachtung) abwechseln.

Paludikulturen

Niedermoorflächen werden wegen der inzwischen vorgeschriebenen hohen Grundwasserhaltung zu großen Teilen mit Paludikulturen bewirtschaftet.
Hier werden hauptsächlich Rohstoffe für die Herstellung von "Plattformchemikalien" in den Bio-Raffinerien Schwedt und Prenzlau sowie für lokale Anlagen erzeugt. Kaskadennutzung erlaubt anschließend eine energetische Nutzung. Aus Schilf und Rohrglanzgras werden mittlerweile Dämmstoffe und hochwertige Papiere hergestellt.

Holzproduktion

Einige Landwirte produzieren v.a. in den Randlagen der Niederung Erlen-Wertholz oder legten Kurzumtriebsplantagen an, was vor allem durch die langfristigen Abnahmeverträge der Bio-Raffinerien in Schwedt und Prenzlau attraktiv wurde. Ebenso wie das erzeugte Schilf wird Holz vor allem stofflich verwertet.

Wasserrückhalt

Um das Ziel, stets genügend Wasser zur Verfügung zu haben und damit Produktion und Moorschutz gleichermaßen zu realisieren, wurden von der Stiftung "Randow-Welse-Bruch" Flächen südlich der Autobahn getauscht bzw. in der Torfgraben-Niederung erworben, wo das Wasser mittels technischer Anlagen über längere Zeit gespeichert und bei Bedarf langsam wieder abgegeben werden kann.

Wasserbüffelweide: Fleischproduktion und Landschaftspflege

Eine ganzjährige Beweidung findet statt und dient vorrangig zur Fleischproduktion (für Milchproduktion mehr eiweißreiches Futter notwendig). Randow und Welse als naturnahe Fließgewässer bilden einen attraktiven Erholungsraum, an dem sich Baumbestände und Schilfflächen (übrigens ein hervorragendes Gebiet zur Vogelbeobachtung) abwechseln.

Aus der Beschreibung Szenario 2 "Markt macht Nutzung"

Weltmarktpreise statt Subventionen:

Landnutzung im Jahr 2040: Acker und Plantagen

Die steigende Nachfrage nach Rohstoffen und die Entwicklung Brandenburgs zum Energieland führten in der Randow -Niederung zu einer weiteren Intensivierung der Landnutzung. Für die großflächige Bewirtschaftung wurden mit 'high-precision-farming' und dem Betrieb technischer Be- und Entwässerungsanlagen höchstmögliche Erträge und maximale Nutzung der organischen Bodensubstanz angestrebt.

Grünland wird zu Acker

Die Nachfrage nach nichtfossilen Rohstoffen wie z.B. Mais und Getreide stieg weiter an. Auf Flächen, wo die Torfauflage nur noch sehr gering war und wo sich sogenannte 'Moorfolgeböden' etablierten, wurden seit Ende der 2020er Jahre Mais, Roggen, Raps und andere Energie- und Rohstoffpflanzen angebaut.

Acker im Niedermoor: Sanddeckkulturen

Der anhaltende Rückgang des Moorkörpers und die damit verbundene CO₂-Freisetzung sorgten nach wie vor für Diskussionen um die Nutzung von Niedermooren.
"Alternative Nutzungen wie Paludikulturen oder die Haltung von Wasserbüffeln waren für die Großbetriebe in der Randow-Niederung keine akzeptable Option.
Um weiteren Torfabbau zu verhindern, sollte künftig auf einem Teil der noch vorhandenen Niedermoorflächen Ackerbau mit Sanddeckkulturen (auch 'Moordammkulturen') betrieben werden, wie sie bereits um 1900 bei Wendemark angelegt wurden"

Kurzumtriebsplantagen werden angelegt

In den Randlagen der Niederung wurden auf Grund der Nachfrage nach Holz für die Ligno-Cellulose-Produktion Kurzumtriebsplantagen angelegt, hauptsächlich mit Pappeln und Weiden. Für eine effektive Beerntung werden vorzugsweise große Areale der gleichen Baumart angepflanzt.

3D-Visualisierungen zu möglichen zukünftigen Landnutzungen

Standort: 531.9070 | 141.1460 Blickrichtung 20° (NNE)

Szenario 1 - Bewirtschaftung mit hohen Grundwasserständen
Röhrichtflächen (Schilfanbau)
Wasserbüffelweide mit Schilfinseln und Gehölzflächen


Standort: 531.9500 | 140.9170 Blickrichtung 20° (NNE)

Szenario 1 - Wasserrückhalt in der Landschaft
Wasserrückhalteflächen mit Schilfbereichen
Extensive Nasswiesen und -weiden sowie Frischwiesen und -weiden


Standort: 531.9500 | 140.9170 Blickrichtung 270° (W)

Szenario 1 - Paludikultur und Wertholzanbau
Paludikultur - natürliche Bestände bzw. standortangepasste Kulturen mit flurgleichen Grundwasserständen, z.B. Schilf oder Rohrglanzgras;
Wertholzanbau (Erle) auf dauerhaft feuchten bis nassen Standorten


Standort: 5317458.0000 | 1410275.0000 Blickrichtung 245° (WSW)

Szenario 1 - Paludikultur und Wertholzanbau
Paludikultur - natürliche Bestände bzw. standortangepasste Kulturen mit flurgleichen Grundwasserständen, z.B. Schilf oder Rohrglanzgras;
Wertholzanbau (Erle) auf dauerhaft feuchten bis nassen Standorten Extensive Frischweide und -wiese

Standort: 531.9070 | 141.1460 Blickrichtung 20° (NNE)

Szenario 2 -Intensive Bewirtschaftung bei stärkerer Entwässerung
Kurzumtriebsplantagen gleicher Baumarten, Beerntung der gesamten Fläche zum gleichen Zeitpunkt
Ackerflächen (Maisanbau) intensive Flächen gleicher Baumarten, Beerntung der gesamten Fläche zum gleichen Zeitpunkt, keine Randgestaltung durch Sträucher oder Blühstreifen, Acker (Mais)


Standort: 531.9500 | 140.9170 Blickrichtung 20° (NNE)

Szenario 2 - Rohstoff- und Energiepflanzenproduktion
Großflächige Kurzumtriebsplantangen - intensiv bewirtschaftete Flächen gleicher Baumarten
Wertholzanbau (Erle)


Standort: 531.9500 | 140.9170 Blickrichtung 270° (W)

Szenario 2 - Rohstoff- und Energiepflanzenplantagen; Nutzungsaufgabe
Große Ackerflächen
Intensivgrünland; Nutzungsaufgabe auf nicht mehr entwässerbaren, degradierten Flächen (Rohrglanzgras, Brennnessel, Wacholdergebüsche)


Standort: 5317458.0000 | 1410275.0000 Blickrichtung 245° (WSW)

Szenario 2 - Mais, Roggen:
große Rohstoff- und Energiepflanzenplantagen

Panoramen

UAV-Überflug bei Biesenbrow 12.11.2014